Streaming auf die PS3 – Auch unter Windows 7
Besitzer der Spielekonsole von Sony kennen das Problem – Mediendateien auf die PS3 zu bekommen, gestaltet sich schwieriger, als man es eigentlich meinen möchte. Natürlich bleibt noch immer die Möglichkeit, einen Datenträger anzuschließen und alles auf die interne Festplatte zu kopieren – dann bedarf es allerdings auch des richtigen Datenformats für die Medien. Häufiges und zeitaufwendiges Umcodieren sind die Folge. Aber das muss nicht sein.
Streaming ist das richtige Stichwort – Also das Abspielen von Filmen oder Musik über eine Netzwerkverbindung zwischen der PS3 und dem PC. Zum einen entfällt das lästige Kopieren der Dateien – zum anderen hat man keine Probleme mit eventuell fehlenden Codecs. Zumindest im Prizinp. Nachteil: Der PC muss während des Abspielvorgangs eingeschaltet sein. Da die Playstation das allerdings auch schon alleine hinbekommen sollte, erscheint das nicht besonders sinnvoll. Die Alternative ist das Installieren einer Linux-Distribution, da so aus der Konsole ein vollwertiger PC wird. Zumindest auf den ersten Blick, denn spätestens bei dem Versuch HD-Material abzuspielen wird dem geneigten Betrachter bewusst werden, dass die fehlende Grafikbeschleunigung das eigentliche Problem ist.
Neben dem Einsatz einer weiteren Software bietet sich mehr oder minder erfolgreich auch der Windows Media Player ab Version 11 an. Im Rahmen dieses Artikels soll es aber um die Version 12 gehen, da Windows 7 diese direkt mit bringt. Ebenfalls bewährt und noch dazu versionsunabhängig wollen wir uns auch mit dem PS3 Media Server beschäftigen.
Windows Media Player 12
Konfiguration
Der große Vorteil des Media Players im Vergleich mit jeder anderen Streaming-Software, die einem evtl. in die Quere kommen könnte, ist die Tatsache, dass er auf jedem Windows-System bereits vorinstalliert ist. Aber Version 11 des Players ist auch eine durchaus taugliche Streaming-Komponente mit an Bord, auf meinem Testsystem ist sogar die 12te Reinkarnation dabei. Hat man seine Medien einmal importiert, müssen nur noch die Freigabeeinstellungen für das Streaming getätigt werden.
Resultat: Alle Medien, die sich in der Medienbibliothek des Mediaplayers tummeln, landen frei verfügbar auf der PS3. Korrektur: Alle Medien, die der Media Player auch abspielen kann. HD-Material, beispielsweise im .mkv-Format stellen ein Problem dar. Als kleiner Workaround sei dabei auf diesen Artikel bei Tim verwiesen. Problem: Die Filme können zwar abgespielt werden, werden aber nicht als Videos erkannt, sondern landen im Ordner “Andere Medienâ€.
Betrieb
Hat man einmal alle Codecs usw. erfolgreich installiert, läuft der WMP ohne Probleme. Sobald der PC hochgefahren ist, kann man über die PS3 auf Inhalte der sich selbst aktualisierenden Bibliothek zugreifen. Vorbildlich. Auch die Wiedergabe von HD-Videos funktioniert – leider nicht so performant, wie man erwarten würde. Mitunter kommt es gerade in den ersten paar Minuten zu einzelnen Hakern und Artefakten, was möglicherweise an der schwierigen Systemkonfiguration (Beta OS; Beta Player) liegen mag.
PS3 Media Server
Konfiguration
Die Vorarbeit zur Inbetriebnahme des Media Servers hält sich in Grenzen. Da die Software exklusiv für den Betrieb in Kombination mit einer PS3 vorgesehen ist, funktioniert alles “out-of-the-boxâ€. Der Download enthält ein komplikationsfreies Installationsprogramm, das keine Wünsche offen lässt und ist für Windows, Linux und MacOS verfügbar. Auch unter Windows 7 ist die Installation kein Problem.
Wichtigste Einstellung: Die Freigaben. Die Standardeinstellungen geben alle Ordner des Systems zum Streaming frei, bei dem Dateisystem, das unter Windows in der Regel herrscht, ist das aber keine gute Idee. Abgesehen davon hat man evtl. auch Ordner, deren Inhalte nicht öffentlich einsehbar sein sollten. Deshalb stellt man die anzuzeigenden Ordner in der Konfiguration des Programms ein – fertig. Alles andere, gerade die Transkodierungsoptionen, ist optional. Je nach Anzahl der verfügbaren Prozessorkerne schadet eine Angabe derer sicher nicht, auch ist Sekunde 0 natürlich nicht die zu bevorzugende Stelle, um ein Vorschaubild aus dem Video zu generieren. Wichtig weiterhin: Die Spracheinstellung für die Wiedergabe. Standard ist hier englisch, was aber nur bei Videomaterial mit mehreren Tonspuren relevant wird.
Betrieb
Sind die oben erwähnten Einstellungen getroffen, treten weiter keine Überraschungen auf. Wann immer man das Streaming mit der PS3 nutzen will, startet man den PS3 Media Server und es kann losgehen. Die PS3 erkennt den laufenden Server sofort, man kann an Hand der generierten Vorschaubilder durch seine Medienbibliothek navigieren und anschließend eine störungsfreie Wiedergabe genießen. Selbst das Streaming von HD-Material mit mehreren Tonspuren, Untertitel und allem anderen Schnickschnack birgt keine Überraschungen.
Fazit
Es gibt über die hier dargestellten Methoden natürlich noch weiter Möglichkeiten – für mich ist die Wahl jedoch klar entschieden. Der PS3 Media Server funktioniert auf anhieb – und das immer. Ohne Probleme. Mit jedem Quellmaterial. Fehlerfrei. Daumen hoch dafü
r.
Auch der WMP ist zugegebenermaßen auf dem richtigen Weg, aber kann trotzdem keinen bleibenden positiven Eindruck bei mir hinterlassen.
