Review: Inbox2
Das Konzept von Inbox2 klingt grundsätzlich nicht schlecht. Es vernetzt den eigenen Posteingang mit diversen Social-Networks wie beispielsweise Facebook oder Twitter in einem ansehnlichen Desktop-Interface zu einem einzigen Nachrichtenstrom “In One Place”. Viele Dienste, die eine offene API anbieten, sind bereits intergriert worden und es ist mit mehr zu rechnen. Doch wie ist die Usability und kann man damit beispielsweise das GMail-Webinterface tatsächlich komplett ersetzen? Dieses Review klärt auf.
Zunächst einmal eine kleine Übersicht über die unterstützten Dienste aus dem Portfolio von Inbox2:
- GMail
- Hotmail
- AOL Mail
- Exchange Mail
- Yahoo
- Hyves
- Jammer
- Pop3/IMAP
Sinn und Zweck der Anwendung ist, seinen Nachrichtenfluss in einer einzigen Anwendung zu koordinieren und somit auf das Anwählen der einzelnen Seiten verzichten zu können. Eine Art Aggregator also, der aktuell natürlich noch im Beta-Stadium ist und auf weitere Funktionen wartet. Alles, was bisher implementiert ist funktioniert jedoch fehlerfrei und sogar sehr performant. Die einzelnen Dienste sind schnell konfiguriert und können – falls man sich beispielsweise während der Arbeitszeit auf einzelne (geschäftliche?) Dienste konzentrieren will – einzeln aus dem Nachrichtenstrom ausgeblendet werden. Dieser wird in der gewohnten Drei-Spalten-Ansicht angezeigt, die man aus diversen anderen Standalone-Mail-Clients schon kennt. Nur das Interface ist hübscher. Viel hübscher.
Das offizielle Video bringt schonmal einen guten Einblick:
Die Oberfläche erscheint sehr aufgeräumt und unterstützt mit hilfreichen Einblendungen. Die Suchfunktion ist recht ausgereift, hängt aber doch ein bisschen, wenn sich viele Nachrichten angesammelt haben. Das ist dann auch schon das erste Manko – gerade, wenn man die quasi-perfekte Suche aus dem GMail-Webinterface gewohnt ist. Dennoch ist die Darstellung der bisher geführten Konversationen mit dem gerade ausgewählten Kontakt und der mit eben diesem ausgetauschten Dateien gut gelungen, ebenso wie die eingerückten Antworten in der Nachrichtenübersicht.
Überhaupt ist die Integration von GMail noch alles andere als perfekt – zwar werden Kontakte und deren Bilder fehlerfrei aus der Cloud geladen, allerdings werden noch keine Labels unterstützt. Poweruser werden das schmerzlich vermissen und auch für mich ist es ein klares K.O.-Kriterium. Wenn man sich an diese nämlich einmal dran gewöhnt hat, kann man fast schon nicht mehr ohne.
Schön gelöst ist dagegen der Facebook-Stream, der Nachrichten aus der “Pinnwand” präsentiert.
Alles in Allem ist der Ansatz auf jeden Fall lobenswert. Wer auf Labels und die ausgereiften Suchfunktionen verzichten kann, der bekommt mit Inbox2 sicher ein gutes Werkzeug an die Hand, um mit dem täglichen Nachrichtenfluss zurecht zu kommen. Ich selbst habe damit auch einige Probleme, muss damit aber wohl zurecht kommen, dann meine Labels sind mir wichtiger. :-) Die Inbox2-Entwickler haben allerdings angekündigt, dass diese Funktion in einer der kommenden Versionen nachgerüstet werden wird – immerhin handelt es sich noch im eine Beta. Wenn das anständig umgesetzt wird – dann werde ich mir das ganze noch einmal anschauen.
Nebenbei:
Wem es nur darum geht, sein GMail ein bisschen aufzuhübschen, dem sei das Firefox-Addon GMail Reloaded ans Herz gelegt. Gerade frisch entdeckt habe ich übrigens den GMail Notfier Plus, der sich in die Windows 7 Superbar einfügt und den ich auch nur wärmstens empfehlen kann.
Was habt ihr für Erfahrungen mit Inbox2 gemacht?





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Wie ist es um die Sicherheit bestimmt? Greift das Programm z.B. via IMAP oder OAuth auf Google Mail zu, oder speichert das die Logindaten irgendwo?