MKV auf der Playstation

Die PS3 ist ohne Zweifel ein beeindruckendes Gerät – gerade auch im Bezug auf die Möglichkeit, Videos unterschiedlicher Formate von der internen oder externen Festplatte abzuspielen. Leider hat man bei Sony allerdings versäumt, der Konsole die entsprechenden Codecs mitzugeben. Jeder, der sich näher mit diesem Thema beschäftigt, dürfte schon auf Probleme mit bestimmten Containern und Codecs gestoßen sein. In Zeiten von HD-Fernsehen ergibt sich aber mehr und mehr das Problem, dass der im Internet weit verbreitete MKV-Container nicht ohne weiteres Nativ auf der PS3 abgespielt werden kann.

Die Vielzahl der PS3-Besitzer setzt in diesem Zusammenhang vermutlich auf den PS3 Media Server und streamt solche Filme über das lokale Netz auf die Playstation. Das funktioniert zwar recht problemlos, allerdings hat es auch mehrere Nachteile: So funktioniert für HD-Material diese Lösung nur bei entsprechender Bandbreite im eigenen Netz (WLAN dürfte aussichtslos sein). Weiterhin ist die Crux daran natürlich, dass immer auch der PC am Laufen sein muss, um als Streamingserver dienen zu können.

Alles in allem ist das eigentlich schade – denn die PS3 kann mehr. Über eine externe Festplatte (oder ggf. auch die interne) lassen sich allerlei Formate direkt auf der Konsole abspielen, ohne sich Gedanken über den Datendurchsatz im eigenen Netz machen zu müssen. MKV gehört zwar leider nicht dazu, mit dem kleinen Tool mkv2vob hat man aber die Möglichkeit, den Container neu zu schreiben ohne das Video neu kodieren zu müssen. Innerhalb von ein paar Minuten bekommt man dann ohne Qualitätsverlust eine MPEG-Datei, die sich daraufhin auch mit Untertitel und dem ganzen Brimborium abspielen lässt.

Und wie geht das?

Wie gesagt, zuerst muss man natürlich mkv2vob herunterladen und installieren. Das Interface ist grundsätzlich relativ selbsterklärend, trotzdem an dieser Stelle ein paar Screenshot.

Nachdem das Quellmaterial (Source File) und der Zielordner (Destination Directory) angegeben wurde, lohnt ein Blick in den Tab “Configuration”. Dort verbergen sich die Einstellungen, die die Charakteristika der fertigen Datei beschreiben. Es müssen Audio- sowie Untertitelsprache ausgewählt werden. Lässt sich der Videocodec, der im MKV-Container vorhanden ist, nicht abspielen, kann mkv2vob auch diesen konvertieren. Dafür ist ein Zielcodec auszuwählen (i.d.R. h264). Wichtige Einstellung für Nutzer, die nicht über ein DTS-Sound-System an ihrer Playstation verfügen ist der Punkt “Always Transcode DTS”. Dabei wird die Audiospur in AC3 umcodiert, so dass der Ton folglich über die Fernsehlautsprecher ausgegeben werden kann. Ebenfalls wichtig: Der Punkt “Split File”. Da die PS3 nur FAT32-Festplatten erkennt und hier die nervige Dateigrößenbeschränkung von 4 GB vorhanden ist, kann man den Hauptfilm mittels dieser Einstellung in mehrere kleine Teile aufsplitten, so dass es keine Probleme mit zu großen Filmen geben wird.

Sind alle Einstellungen vorgenommen, kann  man zurück im Tab “Add File” dann das Umwandeln mit der gleichnamigen Schaltfläche anstoßen. In der Regel geht dieser Prozess in wenigen Minuten vonstatten, nimmt also wesentlich weniger Zeit in Anspruch, als ein aufwendiges Umkodieren z.B. in das XVid-Format.

Und was nun?

Nun sollte sich in dem Ordner, den ihr als Ziel angegeben habt, eine (oder ggf. mehrere) MPG-Datei(en) befinden, die denselben Namen trägt/tragen, wie die Quelldatei. Die Größe dürfte in der Regel etwa 10% zugenommen haben. Nun könnt ihr sie einfach in den entsprechenden Ordner (X:\VIDEOS\) auf eurer Festplatte schieben. Dem HD-Vergnügen via PS3 steht damit nichts mehr im Wege. Viel Spaß damit!


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