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Medien vs. Google – Blanker Schwachsinn

Internet 20 Jan 2010


*update*

Die Nachrichten über unsere hochintelligenten Zeitungsverlage hat das englischsprachige Netz erreicht. So schreibt beispielsweise Techdirt einen sehr aussagekräftigen Artikel, der mit folgenden bedenklichen Worten endet:

“It’s as if Germany doesn’t want the internet at all.”

Einen ähnlichen Eindruck gewinne auch ich als Deutscher langsam vor dem Hintergrund des grundlegenden Unverständnisses, das viele Unternehmen und Politiker gegenüber der Funktionsweise des Internets hegen.

*update ende*

Mit steter Regelmäßigkeit berichten warnen weltweite zumeist deutschsprachige Medien vor der Datenkrake Google. Natürlich sind diese Berichte gespickt mit Halb-/Unwahrheiten, dennoch hinterlassen sie – wie im übrigen die meisten “Nachrichten” auch – einen faden Beigeschmack. Ganz nach dem bewährten Prinzip der Panikmache werden ahnungslose Bürger in Angst und Schrecken versetzt. Zugegeben, gewisse Bedenken gegen die Datensammelwut von Google sind durchaus berechtigt, allerdings gehört es nunmal zu Google’s Kerngeschäft Daten zu durchsuchen. Es ist schließlich auch eine Suchmaschine. Die Ergebnisse der Suche lassen sich nur durch eine größere Menge an Ausgangsdaten verbessern, insofern ist es also für den Endnutzer förderlich, dass Google so viel weiß. Solange mit diesen gesammelten Daten nichts darüber hinaus passiert. Im datenschutzverwöhnten Deutschland kommt das natürlich nicht allzu gut an. Dennoch, grundsätzlich ist aus unternehmerischer Sicht wenig an Googles Marktverhalten auszusetzen. Und ich persönlich bin hochbeeindruckt und gleichzeitig ein großer Fan von den Produkten aus Kalifornien.

Ganz im Gegensatz zu den Nachrichtenverlagen, die jetzt offenbar Beschwerde vor dem Bundeskartellamt eingereicht haben. Begründen tut sich diese Beschwerde auf der Tatsache, dass Google in den Suchergebnissen “Snippets” (also kurze Auszüge aus den Originalinhalten) anzeigt, ohne die Urheber dafür zu bezahlen. In einem Satz: Google generiert Besucher für die Verlage (denn über Suchmaschinen werden nunmal Besucher auf Webseiten geleitet, die dort sonst nicht aufschlagen würden) und diese beschweren sich darüber. Dass sie diesen Umstand mit einfachen technischen Mitteln verhindern können verschweigen sie wissen sie scheinbar nicht.

Sehr ausführlich beschäftigt sich Marcel von netzwertig mit diesem Thema, den Artikel empfehle ich euch wärmstens.

Über den Autor

Daniel

3 Kommentare

  1. Knusperkeks
    20. Januar 2010 um 22:30

    So ist’s Recht. Immer schön andere für die eigenen Fehler verantwortlich machen. Jahrelang hat man sich über die Besucher gefreut und hat es nicht geschafft, Geld mit denen zu machen .. Und nun so. Google sollte die Seiten einfach für ein paar Tage aus dem Index nehmen ..


  2. Daniel
    21. Januar 2010 um 08:48

    Das sehe ich leider genau so wie du Knusperkeks. Man kann sich nur wundern, wohin ein solches Geschäftsgebaren wohl noch führen wird. Und auf die Kompetenz der Medien ans ich wirft sowas natürlich ein noch schlechteres Licht. Das eben diese Verlage dann aber noch die Dreistigkeit besitzen, sich über eine geplante iPhone App der Öffentlich-Rechtlichen zu beschweren .. naja, ohne Worte.


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