Man kann nie genug Informationen bekommen – wenn sie richtig aufbereitet sind. Weil ich ein RSS-Junkie bin, setze ich deshalb schon lange auf den Google Reader. Vor allem auch, weil ich die Feed so auch auf meinem iPhone lesen kann und dies dann mit dem Desktop synchronisiert wird. Der Google Reader ist gut. Wirklich gut. Eigentlich gab es also kaum Gründe, etwas daran zu ändern. Nun habe ich aber den Espresso Reader entdeckt. Es handelt sich um eine Adobe-AIR-Applikation, die als Desktopanwendung Zugriff auf die Feeds des GReaders bietet und noch dazu schick aussieht. Das will getestet werden.
Die Installation geht AIR-typisch recht flott und unkompliziert vonstatten. Nach dem Download erwartet euch ein hübsch aufgeräumtes Interface in Braun- und Gelbtönen, das euch auffordert, zunächst eure Google-Zugangsdaten einzugeben. Ebenfalls angeben könnt ihr Daten zu eurem Twitter-Account, um interessante Feeds dort zu veröffentlichen.
Espresso bietet euch zwei Ansichten zum Lesen eurer Feeds an. Die sogenannte List View, die ihr im oberen Screenshot sehen könnt, ist relativ klassisch gehalten. Ganz links die Liste mit den Ordnern und Feeds, daneben die chronologisch geordnete Liste der neuesten Artikel, und rechts schließlich die Ansicht des gerade ausgewählten Beitrags. Sieht recht schick aus und es macht Spaß, sich durch die Liste zu klicken.
Die zweite Ansicht ist die Mag View, die eure Feeds in einer Art “Zeitungsdesign†aufbereitet. Für den neuesten ungelesenen Artikel wird ein kurzer Textausschnitt mit angezeigt – je älter die Artikel, desto kürzer der Teaser. Lässt sich schwer beschreiben, ist aber im Screenshot wohl leicht zu erkennen:
Da man sich zum Zugriff auf einzelne Feeds durch die Navigationsliste am Rand hangeln müsste und das bei einer großen Zahl an abonnierten Quellen anstrengend sein kann, haben die Entwickler mitgedacht. Mit einem Druck auf die Leertaste öffnet sich eine Suchbox, mit der man schnell an einen bestimmten Feed oder Ordner gelangen kann.
Das Interface erscheint mir auf den ersten Blick recht durchdacht, auch wenn natürlich noch Verbesserungspotential da ist – immerhin handelt es sich noch um eine Beta. Was leider etwas übel aufstößt ist die für AIR-Anwendungen typische Trägheit. Vielleicht geht das nur mir so, aber ich habe immer das Gefühl, als hätten AIR-Apps Schluckauf.
Der Speicherverbrauch hält sich dagegen in Grenzen. Mit im Schnitt 40-50 MB ist das auch nicht viel mehr als ein durchschnittlicher Tab in Google Chrome verbraucht.
Wenn man allerdings direkt von der Browseranwendung Google Reader wechselt, dann wird man die unglaubliche Geschwindigkeit und vor allem die Aktualität etwas vermissen. So besitzt Espresso eine “Reloadâ€-Schaltfläche um neue Beiträge zu holen – und dann ist erstmal wieder ein “Schluckauf†da, bis man den Artikel tatsächlich lesen kann.
Was denkt ihr? Macht es Sinn, den Reader in eine Desktopanwendung auszulagern, oder soll im Browser bleiben was in den Browser gehört?


